Welcher Barcode ist das?

Screenshot: Unbekannter Barcode auf einer Produktverpackung?

In diesem Beitrag geben wir Antwort auf die Frage "Welcher Barcode ist das?". Mit anderen Worten, wir geben Tips und Hinweise, wie man einen unbekannten Barcodetyp erkennt und identifiziert. Das Eingangsbild zeigt eine typische Situation: Ein Barcode ohne Text auf einer Produktverpackung.

In den letzten gut fünfzig Jahren sind mehrere hundert verschiedene Barcodetypen erfunden worden, die allermeisten allerdings spielen heute keine Rolle mehr. Relevant sind gegenwärtig etwa ein Dutzend linearer und 2D Barcodetypen - die Chance ist groß, daß der unbekannte Code einer von ihnen ist.

Der einfache Weg: Einen Online Dekoder verwenden

Man könnte es schummeln nennen, aber ein Online Barcode Decoder ist tatsächlich der einfachste Weg, einen unbekannten Barcode zu erkennen. Unsere Empfehlung hier wäre Google Zxing, ein kostenloser Online Barcode Scanner, der alle gängigen Codetypen unterstützt. Einfach ein Foto des Codes als JPEG oder PNG hochladen, und Zxing wird nicht nur den Dateninhalt sondern auch den Codetyp anzeigen. Hier im Screenshot die Erkennung eines EAN 13:

Screenshot: Barcode Erkennung Online

Damit das Ganze funktioniert, muß das Foto aber gut sein: Mit verzeichneten und gedrehten Codes hat die Software Probleme; auch muß der Barcode im Bild sauber freigestellt sein. Wenn das nicht möglich ist, muß man den Code manuell identifizieren. Nachfolgend beschreiben wir, wie man das macht.

Die gängigen Handelsstrichcodes: EAN und UPC

EAN und sein US-amerikanische Gegenstück UPC sind die mit Abstand häufigsten Barcodes weltweit. Praktisch jede Produktverpackung im Einzel- und Großhandel verfügt über einen EAN oder UPC Code. In Österreich wird der EAN außerdem zur Darstellung der Pharmazentralnummer verwendet.

EAN Codes erkennen

Beginnen wir mit dem EAN. Ein normgerechter EAN verfügt über eine sehr charakteristische Textzeile, deren erste Ziffer links außerhalb vom Code steht. Besonders Discounter verwenden allerdings gerne Codes ohne Textzeile, hier werden dann nur die "Balken" auf die Verpackung gedruckt (siehe das Eingangsbild, das ein Produkt von Aldi Nord zeigt). Der Code ist dennoch leicht an Hand wiederkehrende Strichmuster zu erkennen: Ein EAN beginnt und endet stets mit zwei dünnen Strichen, auch in der Mitte des Barcodes befinden sich zwei dünne Striche. Im Bild hervorgehoben:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man Code EAN 13 erkennt

EAN gibt es in zwei Varianten, EAN 13 (dreizehn Ziffern, oben abgebildet) und dem kürzeren EAN 8 (acht Ziffern). Auch EAN 8 hat die schmalen Balken am Anfang, am Ende und in der Mitte. Das ist übrigens auch der Code auf dem Foto oben.

EAN 13 kann zusätzlich über ein Anhängsel verfügen, einen so genannten "Add-on" Barcode, wie hier:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man  Code EAN with Add-on

Dies wird meistens bei Büchern verwendet, siehe hier; wer mehr zum EAN wissen will, kann unsere Einführung in EAN Barcodes lesen.

UPC Codes erkennen

UPC ist die US-amerikanische Version des EAN; der Code wird hier in Europa nicht verwendet, kann aber auf importierten Produkten (z.B. Magazine oder Zeitungen) stehen. Wie EAN hat auch der UPC eine charakteristische Textzeile, nur daß hier die erste und die letzte Ziffer außerhalb des eigentlichen Codes stehen. Die Bitmuster sind identisch aufgebaut, so daß die Hinweise zum EAN auch hier gelten:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man  Code UPC

Im Bild der zwölfstellige UPC-A. Auch vom UPC gibt es eine kürzere Version (UPC-E, acht Stellen). Ein UPC-E hat die schmalen Balken links und rechts wie der große Bruder, aber nicht in der Mitte. Mehr in unserem Beitrag über Code UPC.

Barcodes für Warenwirtschaft und Logistik: Code 128, Code 39, Code 25

Die gängigsten linaren Barcodes für Warenwirtschaft, Logistik und Transportwesen sind Code 128 (auch GS1 128), Code 39 und Code 25 (auch "Code 2/5" oder "Code Zwei aus Fünf"). Code 39 wird außerdem in Deutschland zur Kodierung der Pharmazentralnummer (PZN) auf Medikamentenverpackungen verwendet. Alle drei Codetypen haben charakteristische Start- und Stopzeichen, also die Strichfolgen, mit denen der Barcode beginnt und endet.

Code 128 erkennen

Code 128 ist leicht zu erkennen; der Codetyp hat vier verschiedene Strichbreiten und ein leicht erkennbares Stopzeichen:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man Code 128 erkennt

Code 128 hat tatsächlich drei verschiedene Startzeichen, für jeden Subtyp eines; alle drei beginnen allerdings mit der oben hervorgehobenen Strichfolge. Mehr in unserer Einführung in Code 128.

Code 39 erkennen

Im Vergleich zu Code 128 sieht der Code 39 sehr viel gleichmäßiger aus, da er nur über zwei Strichbreiten verfügt und jedes individuelle Symbol genau eine breite Lücke hat. Er hat außerdem ein leicht zu merkendes, identisches Start- / Stopzeichen am Anfang und Ende des Codes:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man Code 39 erkennt

Wie Code 128 kann auch der Code 39 Buchstaben und Sonderzeichen verschlüsseln. Wenn die Textzeile unter dem Code Buchstaben enthält, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es sich um eine der beiden Codetypen handelt. Mehr zu Code 39 hier, zur Verwendung mit der Pharmazentralnummer hier.

Code 25 erkennen

Code 25 sieht wieder deutlich ungleichmäßig aus; das liegt daran, daß die Striche eines individuellen Symbols eine Ziffer kodieren, die Lücken eine weitere:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? Wie man Code 25 erkennt

Das Muster zeigt Code 25 Interleaved, die gängigste Variante. Code 25 gibt es außerdem in mehreren weiteren Varianten, die heute aber keine Rolle mehr spielen, mehr hier.

2D Barcodetypen, Matrixcodes

Lineare Barcodes können manchmal etwas knifflig sein, bei 2D oder Matrixbarcodes ist das aber nicht der Fall - sie sehen alle komplett verschieden aus und sind sehr leicht zu unterscheiden. Das nachfolgende Bild zeigt die gängigsten Typen (von oben nach unten: QR, Data Matrix, Aztec, PDF 417):

Screenshot: Welcher Barcode ist das? 2D Barcodetyoen erkennen und unterscheiden

Alle vier Codes verschlüsseln "1234567890", und wie man sehen kann, haben sie alle ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild:

  • QR hat drei große quadratische Suchmuster in den Ecken, mehr hier
  • Data Matrix hat immer eine gepunktete Linie am oberen und rechten Rand, aber durchgezogene Linien links und unten, mehr hier
  • Aztec hat eine mittige, quadratische Zielscheibe (der Maxi Code von UPS hat ebenfalls eine Zielscheibe, diese ist aber kreisrund), mehr hier
  • PDF417 sieht aus wie aufeinandergestapelte normale Barcodes (und genau das ist es auch), mehr hier

Andere Barcodetypen

ITF-14

ITF-14 (ITF = Interleaved Two of Five) wird vorwiegend in der Warenwirtschaft verwendet, hauptsächlich auf Umverpackungen. In den meisten Fällen wird der Barcode mit sehr auffälligen breiten Balken direkt ober und unter dem Code gedruckt, manchmal auch mit einem Rahmen. Alle drei Varianten von ITF-14 im Bild:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? ITF-14 erkennen

Databar GS1

Ursprünglich als Ersatz für EAN und UPC gedacht, wird der Databar GS1 nur sehr selten verwendet und ist in freier Wildbahn kaum noch anzutreffen. Der Code hat sieben Subtypen, die gängigsten vier im Bild:

Screenshot: Welcher Barcode ist das? DataBar GS1 erkennen

Die gestapelten Versionen (es können auch mehr als zwei Reihen übereinander sein) sind leicht erkennbar am gepunkteten "Synchronmuster" zwischen den Reihen. Die linearen Typen haben manchmal sehr auffällige, überbreite Lücken zwischen den Strichen. (Historische Anmerkung: Diese Lücken waren ein großes Problem bei der Einführung der Codes; gängige Barcodescanner brachen hier den Scanvorgang ab, weil sie dachten, der Code wäre zu Ende...)

Eine sehr seltene Version von DataBar sind so genannte "Composite" Codes; hier ist noch ein zusätzlicher 2D Code (meistens Micro PDF417) über dem Code plaziert.

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